Kernenergie

Unter Kernenergie versteht man die Energiegewinnung durch Kernspaltung. Dabei entstehen radioaktive Abfälle. Bereits im Jahr 1899 entstand der Begriff Atomenergie. Geprägt hat ihn der Physiker Hans Geitel. Die ersten Versuche mit Radioaktivität wurden unter anderem von Marie und Pierre Curies durchgeführt. Sie erwiesen, dass es möglich ist, eine Kettenreaktion hervorzurufen. Kernenergie war im 2. Weltkrieg ein Thema. Sie wurde für militärische Forschung eingesetzt. Ziel war es, eine Atombombe zu bauen. Dies gelang im Jahr 1945, denn in diesem Jahr wurde das erste Mal erfolgreich eine Atombombe gezündet.

Die Wissenschaftler forschten daran, die Kernenergie kommerziell zu nutzen, nämlich um Energie zu erzeugen. 1957 wurde in München daran geforscht und ein Testreaktor in Betrieb genommen. Das erste Kernkraftwerk entstand in Karlstein am Main, es hatte eine Leistung von 15 MW (Mega Watt) innerhalb der 1960er Jahre entstanden weitere Kraftwerke, die mehr Leistung erbrachten, als das in Karlstein. Das Kernkraftwerk, das 1966 in Gundremingen in Betrieb ging, leistete 250 MW. Nachdem es am Anfang der 1970er Jahre eine Ölkrise gab, und die Versorgung der Bevölkerung gefährdet war, wurden mehrere Kernkraftwerke gebaut und in Betrieb genommen. Das damals leistungsstärkste Kraftwerk dieser Art war das in Biblis. Der Block B dieses Kraftwerks leistet ungefähr 1,3 GW (Giga Watt, das entspricht 1300 Mega Watt). Bei der Kernspaltung wird Uran (oder auch Thorium- oder Plutonium Isotopen) in seine Atome gespalten. Die dadurch entstehende Energie wird in Strom umgewandelt und in das Stromnetz eingespeist. Um eine Kernspaltung hervorzurufen, ist sowohl hoher Druck als auch eine hohe Temperatur notwendig. Der CO2 Ausstoß ist mit durchschnittlich 20 Gramm pro Kilowattstunde weitaus geringer, als bei Kohlekraftwerken. Je nach Art der verwendeten Kohle beträgt dieser zwischen 900 und 1200 Gramm pro KWh. Abhängig ist der CO2 Ausstoß des Kernkraftwerkes von dem Urangehalt, den das Erz enthält, das verbrannt wird.